Steilwandtauchen
ohne Ende
Zahlreiche aufgelassene Granit-
und Porphyr-Steinbrüche bieten sich heute für die Freunde lokaler
Tauchgewässer in Sachsen und Sachsen-Anhalt an. Die manchmal fast
100m tiefen Löcher in der Landschaft haben sich, nachdem der Betrieb
eingestellt und die Pumpen abgeschaltet wurden, nach und nach mit Grundwasser
gefüllt. Wer sich für die Technik dieses Tagebaus interessiert:
ein Tip ist die Schauanlage der Granitindustrie in Bischheim-Häslich
(Nähe
Haussteinsee).
Da sich die steilen Wände der ehemaligen
Tagebauanlagen bei Sonne schnell aufheizen, sind die Wassertemperaturen
meistens erträglich. Ab- und Aufstieg mit Tauchausrüstung vom
Steinbruchrand bis zum Wasser erfordert machmal etwas Kondition.
Wir haben bisher folgende Seen getestet:
Steinbruch bei Löbejün:
(ca. 25 km nördlich von Halle,
A9 - Ausfahrt "Zörbig")
Zur Zeit noch ein echtes
Abenteuer - die drei Steinbruchseen sind (noch) nicht verpachtet, daher
keine Gebühr. Zufahrt etwas schwierig: von der Ortsmitte Löbejün
Richtung Westen an der Steinfabrik vorbei, am Ortsausgang über die
Bahngeleise, nach ca. 500 m in Feldweg links abbiegen, nach ca. 1 km sind
die ehemaligen Tagebauanlagen zu sehen. Alle drei Seen sind betauchbar
- am interessantesten fanden wir den dritten/letzten See: Tiefe ca. 18m,
sehr gute Sicht, viele Krebse & Fische. Fast die komplette Werkbahn
(Geleise und Loren) und das Pumpenhaus können besichtigt werden. Nächster
Tauchshop mit Füllstation, Verkauf und Verleih ist "Froschmann" im
ca. 15 km entfernten Gnetsch (nur am Wochenende, Tel. 034978/21617).
Steinbruchsee Gommern:
(ca. 15 km östlich von Magdeburg,
A2 - Ausfahrt "Burg")
Eigentlich auch drei
getrennte Steinbrüche, die heute aber eine gemeinsame Wasseroberfläche
bilden - bis zu 30 m Tiefe. Um den Seen liegt ein umfangreiches Naherholungsgebiet
mit Campingmöglichkeit. Es gibt, Stand 2002, die Tauchbasis "Aqua
Sport" mit Füllanlage und Kiosk - aber kein Ausrüstungsverleih.
Tauchgenehmigung kostet ein paar €. Im südlichen Teil-See zieht
sich der "Versunkene Wald" mit großen, von Algen überzogenen
Bäumen einen Hang hinunter. Der östliche Teil-See ist der tiefste
mit Steilwänden, der westliche Teil-See der flachste mit verschiedenen
Fischen und Bewuchs. Sichtverhältnisse mittel bis gut.
Tauchsee Horka bei Crostwitz:
(ca. 20 km westlich von Bautzen, A4
- Ausfahrt "Uhyst")
Hier liegt die gut ausgestattete
Tauchbasis "Aqua Pur" mit Füllstation,
Verleih, Unterkünften und Campingmöglichkeit. Die Toilettenanlagen,
die stabile Treppe zum See und eine schwimmende Plattform stehen auch Tagesgästen
zur Verfügung, daher Tauchgebühr. Der See hat sehr gut Sichtverhältnisse,
ca. 28 m Tiefe aber leider recht wenige Fische. Fotogen sind die Steilwände
und verschiedene Reste der Steinbruchanlagen.
Haussteinsee bei Steina
(ca. 20 km nordöstlich von Dresden,
A4 - Ausfahrt "Pulsnitz")
Am See liegt ebenfalls
eine sehr gut ausgerüstete Tauchbasis mit kompletter Infrastruktur:
"Tauchschule Dresden".
Wassertiefe rund 30 m, wobei hier die Temperaturen auch im Sommer schnell
eisig werden. Im oberen Bereich viele (auch große) Fische und Krebse.
Die senkrechten Wände zeigen überall noch deutliche Spuren des
Bergbaus. Überschaubare Sichtweite, daher "Nachtauchgänge" schon
nachmittags möglich. Die Tauchgenehmigung für den Haussteinsee
gilt auch im Steinbruch "Prelle" der einige Kilometer entfernt liegt. Tiefe
hier über 40 m. |