Sachsen (-Anhalt)

von Bernhard Klimm


 
 
 
 
 
 
 
 


 
 


 
 


 
 


 
 


 
 

Steilwandtauchen ohne Ende
 
 


Zahlreiche aufgelassene Granit- und Porphyr-Steinbrüche bieten sich heute für die Freunde lokaler Tauchgewässer in Sachsen und Sachsen-Anhalt an. Die manchmal fast 100m tiefen Löcher in der Landschaft haben sich, nachdem der Betrieb eingestellt und die Pumpen abgeschaltet wurden, nach und nach mit Grundwasser gefüllt. Wer sich für die Technik dieses Tagebaus interessiert: ein Tip ist die Schauanlage der Granitindustrie in Bischheim-Häslich (Nähe Haussteinsee).

Da sich die steilen Wände der ehemaligen Tagebauanlagen bei Sonne schnell aufheizen, sind die Wassertemperaturen meistens erträglich. Ab- und Aufstieg mit Tauchausrüstung vom Steinbruchrand bis zum Wasser erfordert machmal etwas Kondition.

Wir haben bisher folgende Seen getestet:

Steinbruch bei Löbejün:
(ca. 25 km nördlich von Halle, A9 - Ausfahrt "Zörbig")
Zur Zeit noch ein echtes Abenteuer - die drei Steinbruchseen sind (noch) nicht verpachtet, daher keine Gebühr. Zufahrt etwas schwierig: von der Ortsmitte Löbejün Richtung Westen an der Steinfabrik vorbei, am Ortsausgang über die Bahngeleise, nach ca. 500 m in Feldweg links abbiegen, nach ca. 1 km sind die ehemaligen Tagebauanlagen zu sehen. Alle drei Seen sind betauchbar - am interessantesten fanden wir den dritten/letzten See: Tiefe ca. 18m, sehr gute Sicht, viele Krebse & Fische. Fast die komplette Werkbahn (Geleise und Loren) und das Pumpenhaus können besichtigt werden. Nächster Tauchshop mit Füllstation, Verkauf und Verleih ist "Froschmann" im ca. 15 km entfernten Gnetsch (nur am Wochenende, Tel. 034978/21617). 

Steinbruchsee Gommern:
(ca. 15 km östlich von Magdeburg, A2 - Ausfahrt "Burg")
Eigentlich auch drei getrennte Steinbrüche, die heute aber eine gemeinsame Wasseroberfläche bilden - bis zu 30 m Tiefe. Um den Seen liegt ein umfangreiches Naherholungsgebiet mit Campingmöglichkeit. Es gibt, Stand 2002, die Tauchbasis "Aqua Sport" mit Füllanlage und Kiosk - aber kein Ausrüstungsverleih. Tauchgenehmigung kostet ein paar €. Im südlichen Teil-See zieht sich der "Versunkene Wald" mit großen, von Algen überzogenen Bäumen einen Hang hinunter. Der östliche Teil-See ist der tiefste mit Steilwänden, der westliche Teil-See der flachste mit verschiedenen Fischen und Bewuchs. Sichtverhältnisse mittel bis gut.

Tauchsee Horka bei Crostwitz:
(ca. 20 km westlich von Bautzen, A4 - Ausfahrt "Uhyst")

Hier liegt die gut ausgestattete Tauchbasis "Aqua Pur" mit Füllstation, Verleih, Unterkünften und Campingmöglichkeit. Die Toilettenanlagen, die stabile Treppe zum See und eine schwimmende Plattform stehen auch Tagesgästen zur Verfügung, daher Tauchgebühr. Der See hat sehr gut Sichtverhältnisse, ca. 28 m Tiefe aber leider recht wenige Fische. Fotogen sind die Steilwände und verschiedene Reste der Steinbruchanlagen.

Haussteinsee bei Steina
(ca. 20 km nordöstlich von Dresden, A4 - Ausfahrt "Pulsnitz")
Am See liegt ebenfalls eine sehr gut ausgerüstete Tauchbasis mit kompletter Infrastruktur: "Tauchschule Dresden". Wassertiefe rund 30 m, wobei hier die Temperaturen auch im Sommer schnell eisig werden. Im oberen Bereich viele (auch große) Fische und Krebse. Die senkrechten Wände zeigen überall noch deutliche Spuren des Bergbaus. Überschaubare Sichtweite, daher "Nachtauchgänge" schon nachmittags möglich. Die Tauchgenehmigung für den Haussteinsee gilt auch im Steinbruch "Prelle" der einige Kilometer entfernt liegt. Tiefe hier über 40 m.

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